Donnerstag, 23. März 2017

...wenn mal was zerbricht...


kann man es (meist) ersetzen.

Im Esszimmer meiner Schwester steht, so lange ich denken kann, auf der Anrichte ein großes viereckiges Glas mit Deckel. Dort drin sind immer allerlei Süßigkeiten, Bonbons, Pralinen, Gummitiere und anderes. Jeder kann sich bedienen. Keiner mag Süßes, aber  der Inhalt muß trotzdem immer mal wieder aufgefüllt werden. Unerklärlich!?
Nun hat sie aber vor geraumer Zeit den Deckel fallen lassen und er ist zerbrochen. Weil aber alle in der Familie dieses Glas (oder den Inhalt !) so mögen, mußte ein neuer Deckel her. Sie bat mich, einen aus Ton anzufertigen. Der erste Versuch ging schief, denn ich hatte den Schwund beim Brennen nicht so richtig bedacht und der Deckel passte nicht. Der zweite ist  gestern aus dem Brennofen gekommen. Und weil ich den Schwund (13%) diesmal exakt berechnet hatte passt er perfekt. Ja, man muß sogar rechnen können beim Töpfern, nix mit nur Kreativ
Der rote Griff lässt sich richtig gut in die Hand nehmen. Nun hoffe ich nur noch, dass ihr der Deckel  gefällt. 

Und für den kleinen Deckel hab ich sogar ein passendes Glas gefunden. So bekommt eben jeder Topf seinen Deckel- wie im wahren Leben.




Mittwoch, 22. März 2017

Samstag, 18. März 2017



Süßes ohne Kalorien, geht nicht? Geht doch!


Vor längerer Zeit hatte ich mal im Internet ein Foto von selbst gemachten Pralinen gesehen. Nein, nicht solche mit viel Schokolade und Marzipan, mit Nüssen und allerlei Zeug, Nein nicht solche Pralinen, die man mit einer Hingabe isst und gleich, bevor der letzte süße Geschmack auf der Zunge vergangen ist, bereits das schlechte Gewissen hochkommt. Nein, es waren selbst gemachte „süße“ Sachen aus Stoff, aus Filz, mit Spitze und Perlen verziert- nur zum Anschauen gemacht. 
Im ersten Moment dachte ich- so was Doofes. Nun fangen die schon an und basteln sich textile Süßigkeiten, die man nur angucken kann. Wozu das? Es gibt ja viel Unnützes Zeug, aber Pralinen aus Stoff, niemals!!!
Aber man wird es nicht glauben, diese kleinen Dinger gingen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin ja gar keine, die bei Süßigkeiten, mögen sie noch so gut und teuer sein, dahin schmelzen würde. Ich greife eigentlich lieber zu einer Scheibe Käse oder zu einem Stückchen guter, geräucherter Knackwurst.
Aber manchmal sind mir solche süßen Sachen ganz angenehm, so als „Ohnmachtshappen“, wie mein Mann sagen würde. Und das ist so: In meinen Patchwork- Kursen wird immer mal eine Schachtel mit Süßem herumgereicht. Ich greife(der Höflichkeit halber) dann auch zu, entscheide mich aber wenn möglich für das, was in irgendeiner Form verpackt ist. Das landet dann selten in meinem Mund, sondern in einem Fach meiner Kurstasche. Dort kann es dann liegen und liegen und liegen…



Aber manchmal bin ich lange unterwegs und komme nicht dazu, etwas zu essen. Auf dem Nachhauseweg ergreift mich dann ein starkes Hungergefühl und dann denke ich  während der Fahrt an eine leckere Bratwurst, ein Fischbrötchen, ein Stück Pizza oder, oder…
Und dann kommen mir die gebunkerten Süßigkeiten in den Sinn und eines oder zwei davon helfen mir, die Zeit bis zu Hause zu überbrücken. Also doch ein Ohnmachts- Happen!
Aber nun wieder zurück zu den Pralinen. Wie schon erwähnt, gingen sie mir nicht mehr aus dem Sinn. Selbst wenn ich mal eine alte Pralinenschachtel in der Hand hatte, in der z.B. Knöpfe oder ähnliches gelagert werden, dachte ich beim Anblick des Inhalts auf dem Deckel, oh, auch dieses Stück könnte man aus Filz nähen.
Und ich denke ihr könnt es erahnen. Ich fing wirklich damit an, solche Dinger zu nähen. Und es machte einen wirklichen Spaß, die garnicht süßen Schwestern der echten nachzumachen. Eine ganze Zeit lang habe ich dann welche verschenkt, schön in Original Pralinenschachteln verpackt. Gut dass ich einen Mann habe, der gerne Süßes ißt. Denn dadurch kamen immer mal solche Schachteln ins Haus.
Die Beschenkten haben sich (meist) gefreut. Manche hat es leider als Wink mit dem Zaunpfahl aufgenommen, obwohl es nicht so gemeint war. Und eine hat mir erzählt, dass sie wirklich dachte, sie seien echt und hat es erst bemerkt, dass es nicht so war, als sie eine davon im Mund hatte.
Nur ein paar wenige hab ich noch. Nur die konnte ich fotografieren. Aber gefühlte 200 Stück habe ich sicherlich angefertigt und verschenkt.
Und so ist das: Sage niemals nie, und sage nie, das würde ich niemals nähen. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Dienstag, 14. März 2017

Miniaturen aus der Restekiste


In unserer Patchworkgruppe "QuilThuer"  haben wir bereits im Januar ein neues Projekt begonnen. Dafür wurden diese 10 x 10 cm großen Miniatuten angefertigt. Eigentlich wollte ich nichts Gegenständliches nähen, sondern einfach Phantasiebilder mit geometrischen Formen.

 

Aber das, was ich in meinen Restekisten gefunden habe hat förmlich nach der Darstellung von Landschaften gerufen.
Also habe ich mich als Landschaftmalerin mit Stofffitzelchen, Fäden und Fusseln betätigt. Was dann in der Gesamtheit daraus werden soll, dass verrate ich später. Ihr könnt gespannt sein. 





Und das, was ich bereits von den Mädels in der Gruppe gesehen habe, lässt sehr viel Kreativität erahnen. Ich werde berichten, versprochen!

Freitag, 10. März 2017

Meine zweite kreative Leidenschaft- Töpfern


Fast 3 Wochen sind seit meinem letzten Post vergangen, also muß mal wieder was passieren hier bei RELAS- Sticheleien.


Nein, ich mache noch keinen Frühjahrsputz, und nein, ich mache auch noch keine Gartenarbeit. Ich bin nur im Moment sehr damit beschäftigt, Unterlagen für meine Kurse zu erarbeiten. Ja, ich mache mir da sehr viel Mühe, manchmal zu viel. Ich bin der Meinung, dass nicht nur das Erklären einer Technik und das Zeigen an einem Beispielprojekt zu einem erfolgreichen Kurs gehört. Es soll jede Teilnehmerin ein "Papier" in die Hand bekommen, anhand dessen sie auch später noch sehen kann, was sie bei mir gelernt hat und wie es geht, wenn sie es noch einmal nacharbeiten will. Ich weiß, dass das manche Kursleiterinnen nicht so sehen, weil dieser Aufwand eh nicht bezahlt wird. Aber da kommt eben immer noch meine Berufserfahrung als Dozentin durch. In den Jahren vor dem Ruhestand war ich in der Erwachsenenbildung tätig und da waren solche Vorbereitungen notwendig, wenn man die Seminargruppe 8 Stunden und 5 Tage in der Woche bei der Stange halten wollte. 
Genäht habe ich in den letzten Tagen nichts Zeigenswertes, alles nur Fragmente. 
Aber wie man ja im Titel meines Blogs lesen kann, gehört auch Töpfern zu meinem kreativen Leben. In Ermangelung von Bildern aktueller Nähprojekte möchte ich gerne ein paar Einblicke in meine Keramikproduktion geben. Seit einigen Jahren gehe ich zweimal im Monat für je 2 Stunden in eine kleine Keramikwerkstatt in der Nähe und arbeite dort mit dem Werkstoff Ton. Begonnen habe ich damit durch Zufall. Eine Arbeitskollegin, krebskrank und in Frührente, wollte das Arbeiten mit Ton kennenlernen, aber nicht alleine so einen Kurs besuchen. Also kam ich(etwas zögerlich) der Bitte nach und es begann für mich eine neue Liebe. 
Elisabeth, ich schicke dir liebe Grüße in den Himmel und bedanke mich bei dir, dass du mich auf so einen Weg gebracht hast. 
Das, was mir am besten an diesem Material Ton gefällt ist, dass es etwas völlig anderes ist als die Stoffe, die ich sonst in der Hand habe. Man muss ganz andere Dinge beachten wenn man mit Ton arbeitet. Man muss bedenken dass das Stück beim zweimaligen Brennen stark schrumpft, man muss beim Auftragen der Glasur vieles bedenken und, und, und…
Aber es macht mir sehr viel Freude und ist entspannend, nur ganz für sich etwas zu formen, keine Verantwortung für die anderen zu tragen, denn da bin ich ja die Kursteilnehmerin. Manchmal wird in der Gruppe viel geschnattert, mal ist es sehr still, manchmal wird auch ein Glas Sekt getrunken- aber wenn ich man nicht teilnehmen kann, dann fehlt mir wirklich etwas.
Viele meiner Keramiken sind verschenkt, manches auch verkauft. Aber meine Lust zum Arbeiten mit Ton ist ungebrochen.

Mittwoch, 22. Februar 2017

...ich hab´geträumt heut´ Nacht, die ganze Nacht, heut´ Nacht...

Wenn ich in der Nacht nicht schlafen kann, versuche ich es nicht mit Schäfchenzählen. Damit habe ich keinen Erfolg. Nein, ich gehe in Gedanken meinen Stofffundus durch und überlege, welche Stoffe ich in einem meiner nächsten Projekte verarbeiten könnte. Für jede neue Näherei brauche ich dann aber noch passende weitere Stoffe und ich überlege und überlege und überlege und komme zu dem Ergebnis, dass ich mal wieder nicht die passenden habe. Und dann passiert es, dass ich doch einschlafe und von einer Stoff- Freihaus-Lieferung träume.

So ist es gewesen in der letzten Nacht.

Ich hab dann mal ganz schnell ein Foto von meinem Traum gemacht und das möchte ich euch natürlich unbedingt zeigen.
  
 Was wohl die neugierige Nachbarin darüber denken mag???

Sonntag, 19. Februar 2017



Manchmal kommt es anders als gedacht…


Vor ein paar Tagen hab ich mich ganz spontan zu einem Stoffkauf entschlossen. Gut, dass just in dem Moment, als ich aus dem Auto steigen wollte, mein Göttergatte auf seinem Handy angerufen wurde. Also würde er gar nicht merken, wie lange ich in dem Geschäft verweile. Wie das manchmal (oder oft) so ist, geht „frau“ in den Laden und will eigentlich nur ein paar Nähmaschinennadeln kaufen. Ich stellte mir wie oft die Frage, warum kaufst du wieder nur ein Päckchen- klar, damit frau ganz schnell wieder Grund hat, in so eine Geschäft gehen zu müssen. Es hört sich doch viel besser an, wenn man zu seinem Göttergatten sagt, ich brauche Nadeln, statt zu sagen, ich brauche Stoff. Und dann geht frau nicht zielgerichtet zum Regal mit den Nadeln. Auf dem Boden sind keine Pfeile eingezeichnet sind, die die Richtung weisen, uns so geht man gewollt Umwege und wählt nicht den kürzesten Weg. In manchen Kaufhäusern hasse ich es, dass es keine kurzen Schleichwege gibt. Aber im Stoffladen liebe ich solch langen Pfade.

Beim Durchschlendern fiel mein Blick auf einen ganz im untersten Fach liegenden Stoffballen, der mir schier entgegen „leuchtete“. Ein feines Stöffchen mit tollen Bordüren und einem sehr schönen Golddruck. Eigentlich ist so ein Glitzerkram so gar nicht meins, aber dieser Stoff hat sofort mit mir „gesprochen“. Ich wusste genau, dass ich noch farblich passenden Unistoff dazu im Schrank hatte und kaufte, obwohl er s…teuer war, spontan zwei Meter.

Zu Hause legte ich die Stoffe nebeneinander und alles passte farblich so perfekt, dass ich richtigen Freudendaumel spürte. Ich wusste genau, was ich daraus nähen wollte: Ein weiteres Projekt, geschnitten mit meinem neuen Kaleido- Lineal.
Ich probierte wieder mit dem Grafikprogramm auf dem PC verschiedene Varianten. Dann entschied ich mich, doch nur zwei Unistoffe mit dem Golddruck zu vernähen.
Drei unterschiedliche Blöcke wurden benötigt.
Das Teil sollte wie ein Medaillon aufgebaut sein, also keine einfache Wiederholung der immer gleichen Blöcke. Deshalb war eine genaue Planung unumgänglich.  Um so wenig Verschnitt wie möglich zu haben wurde schon vor dem Kauf nachgesehen, ob die beiden Bordüren eine gleiche Breite haben. Dem war zum Glück so. Dadurch war es möglich, den Stoff maximal zu nutzen.

 







Da mein Kaleidoskop- Lineal nur die kleine Ausführung ist reichte die eingezeichnete Skala nicht aus. Deshalb habe ich auf der Rückseite einfach noch zwei Linien dazu gezeichnet und, damit sie nicht verwischen, mit einem Streifen Tesa überklebt.

So konnte ich perfekte Dreiecke aus den Bordüren schneiden und hatte keinerlei Stoffverlust. 


Um die Wirkung der Bordüre mit den Uni- Stoffen zu testen legte ich vor dem weiteren Zuschneiden die Stoffe probehalber zusammen und entschied mich für blau und olivgrün.

Dann wollte ich eigentlich durchrechnen, wie viel Teile ich benötige und alles erst schneiden. Gut, dass ich das nicht getan habe. Denn ich musste feststellen, dass das Design der beiden Bordüren nicht an allen Stellen des Medaillons gut aussah und ich Teile immer wieder hin und her tauschte. Nach dem Fertigstellen des Mittelblocks musste ich erkennen, das die wunderschöne Wirkung des Golddruckes völlig verloren war. Egal, aus welcher Sicht ich es betrachtete, es wirkte gar nichts mehr. Die Enttäuschung ist erstmal groß.
Schade, nun muss ich erst einmal ein paar Tage verstreichen lassen, bevor ich weiter mache. Es wird wohl nun um den Mittelblock Runden geben, aus Bordüre und Uni- Stoffen. Der Medaillon- Charakter bleibt bestehen, aber das Ergebnis wird nicht so sein wie unsprünglich geplant.

Nun habe ich erstmal alles zur Seite gelegt und beschäftige mich mit der notwendigen Hausarbeit. Mit der Bügelwäsche, mit dem Staubwischen und mit den Schmutz auf den Fenstern. Obwohl - es ist ja noch Winter und rausschauen kann man doch auch noch!!!

Übrigens, geht es euch auch manchmal so? Man will putzen und dann stolpert man so ungünstig, dass man plötzlich an der Nähmaschine sitzt?

Samstag, 11. Februar 2017

Illusion- ein erfolgreicher Kurstag

Nach einer Idee von Caryl Bryer Fallert hatten wir bereits beim letzten Treffen diesen Quilt begonnen. Ich versuche eigentlich immer, in alle Anleitungen, die nicht von mir entwickelt wurden, eine eigene Note einzubringen. Deshalb wurde (auch in Ermangelung der notwendigen 24! unterschiedlichen Stoffe) dieser Quilt mit dem Titel Illusion aus einem Meter Farbverlaufs-Stoff angefertigt. Gefunden habe ich ihn im Stoffladen Fussl& Klex. Dort gibt es noch andere schöne Stoffe mit Farbverlauf. Und natürlich noch viiiiiiele andere schöne Patchworkstoffe. 
Ich hatte die Schablonen so gemacht, dass dieser Stoff genau ausreichend war. Und stellt euch vor, es hat sogar so funktioniert, wie von mir gedacht. Ich hatte diesmal entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise vorher kein Probestück genäht. 
Meine Kursmädels waren alle stolz und präsentieren hier ihre(teilweise noch unfertigen) Quilts.

Das Quilten wird als Hausaufgabe gemacht.
Und dann geht es im März weiter, leider an einem neuen Standort, mit einem neuen Thema - aber mit den gleichen Mädels. 

Ich freue mich auf euch!

Mittwoch, 1. Februar 2017

Kursvorbereitung - Nähen auf Papier

 Da einige meiner langjährigen Kursdamen nun auch in Sachen Internet unterwegs sind, gab ich ihnen den Tipp, doch mal bei Pinterest vorbei zu schauen. Nun kommen sie ständig mit Fotos von Dingen in den Kurs, die sie toll finden und nähen wollen. So wollten sie auch einen Läufer nähen, der aus Dreiecken besteht, die mit der Nähen- auf- Papier- Methode gemacht war. Diese Technik hatte ich ihnen vor langer Zeit mal  an einer kleinen Arbeitsprobe gezeigt, aber einige weigerten sich, das weiter zu verfolgen, weil ihnen das Umdenken schwer fiel. Sie nähten immer auf dem Stoff, nicht auf der Papierschablone.  Ich war als Kursleiterin machtlos- sie gaben auf.

Nun war es so, dass  ihnen allen das Teil aus dem Internet gut gefiel und sie wollen es noch mal angehen. Dafür habe ich nun eine Papierschablone entwickelt, die nicht so schmale Streifen hat und deshalb nicht so aufwändig ist. Einen Probeblock habe ich schon mal genäht, damit sie sehen, wie es aussehen könnte. Und  weil sie nicht so viele Stoffe im Farbverlauf haben, habe ich zu einem Trick gegriffen. 
Diesen Trick, die Rückseite von Stoffen zu verwenden, wenn die Farbe oder das Muster zu kräftig erscheint, habe ich schon mehrmals angewandt. Seht doch selbst, es sind drei Stoffe, aber sechs Farbabstufungen, genial, oder?


Die 6 Dreiecke sind erstmal aneinander genäht. Weiter passiert vor dem Kurs nichts, denn ich will die Näharbeit auch von hinten zeigen können, denn auch Fehler sind manchmal beim Zeigen hilfreicher als nur ein Hinweis darauf.  Mein Motto ist: Kein Fehler ist zu groß, um nicht noch als hilfreiches Beispiel dienen zu können.



Weil ich beim Nähen in dieser Technik nie den Blick ins Licht versäume, um zu testen, ob das Stückchen Stoff auch groß genug ist, lohnt sich dieser Blick am Ende auch. Die Nahtzugaben sehen im Licht doch wie ein Bleiglasfenster aus, oder?

Noch eine weitere Variante. Gleiche Teile, nur eine andere Anordnung.

Montag, 30. Januar 2017

Streichelstoffe für ein neues Projekt


Liebe Leserinnen, geht es euch auch so?


Ihr habt schöne Stoffe in eurem Schrank, im Laufe der Jahre gesammelt und sie wurden bisher immer nur beim Aufräumen der Schränke herausgenommen. Oder nur, um sie einfach mal anzusehen und zu streicheln, weil sie so schön sind. Bei mir sind es viele Stoffe die ich von Reisen mitgebracht habe, einige davon wirklich schon gut "abgelagert". Ihr werdet es nicht glauben, aber bei einzelnen Stückchen weiß ich noch genau, in welchem Laden sie erworben wurden. Bloß gut, dass ich nie auf meinen Mann höre. Er sagt immer ich solle reichlich kaufen, denn schon oft musste er von mir hören: "Mist, nun fehlt mir von dem oder von dem ein kleines Stück". Aber da wären ja meine Schränke noch voller- mit Streichelstoffen. Ich habe manchmal das Gefühl, wenn ich so ein Schätzchen zerschneiden will muss ich mich vorher bei ihm entschuldigen!!!
Sagt es mir bitte, wenn ich die Einzige sein sollte, der es so geht.

Der Winter ist in vollem Gange und los ging es nach meinen fliegenden Gänsen mit einem neuen Projekt. Lange ging ich damit schwanger, aus meinen Batikstoffen einen schönen Quilt nur für mich zu machen. Ich hatte  im letzten Jahr bei einer Patchworkausstellung in Frankreich  mal ein tolles Muster gesehen und das wollte ich nähen

Die Entscheidung fiel auf den Entwurf rechts.

Die Anleitung dafür, ganz ehrlich, war mir mit fast 20 Euro eindeutig zu teuer. Wenn noch ein halber Meter Stoff dabei gewesen wäre, ja. Aber nein, da gibt es andere Möglichkeiten. Eine Patchworkfreundin hatte auch Interesse und so haben wir den Quilt einfach gestohlen. I wo, nicht wirklich, sondern mit dem Fotoapparat. Was habt ihr gerade gesagt, dort ist doch überall fotografieren verboten. Ja sicherlich, aber nicht, wenn  man die Standinhaberin nett bittet, dass wir sie doch gerne mal zusammen mit uns auf einem Foto hätten, weil sie so eine tolle Weste an hat. Also haben wir uns vor den Quilt gestellt, eine andere hat auf den Auslöser gedrückt und fertig. Passt scho, sagen die Bayern, glaube ich. 

Das fertige Top.
Kaleidoskop nennt sich das Muster, hatte ich mittlerweile rausgefunden. Ein Lineal für das rationelle Zuschneiden hab ich mir besorgt und freute mich sehr auf das Nähen. Lange saß ich und machte einen Entwurf für meinen Quilt. Begonnen hab ich erstmal mit Papier und den guten alten Buntstiften. Aber da musste ich auch radieren und das ist, was ich garnicht wusste, mit Buntstiften schlecht möglich. 
Dann hab ich es mit einem Grafikprogramm und dem PC begonnen, das hat so seine Vorteile. Nach dem Erstellen des Grundrasters reichen Mausklicks, um die Flächen mit Farbe zu füllen oder wieder zu löschen.
Alle Batikstoffe wurden rausgelegt, 22 an der Zahl und ganz rationell mit dem Caleidoruler  zugeschnitten. Es war richtig schön, dass keinerlei Abfall anfällt. Eigentlich bin ich nicht diejenige, die zu jeder Technik ein extra Lineal kaufen muss, aber das hat sich ausgezahlt. Ich bin von der Arbeitsweise damit mehr als begeistert. Nun denke ich darüber nach, dieses Thema in meinen Kursen anzubieten. Was haltet ihr davon? Aber erst mal möchte ich euch mein fertiges Top zeigen. Es war schneller fertig als gedacht. Quilten? Wie? Mal sehen, kommt Zeit- kommt Rat. Ich habe bereits eine neue Idee für ein neues Projekt.   



Aber jetzt nochmal die Frage, habt ihr auch solche Streichelstoffe?

Samstag, 28. Januar 2017

Fertig!!!



Ich möchte euch nun auch meinen fertigen "Woher-Wohin- Quilt" zeigen. Eigentlich hatte ich ihn weggelegt und wollte das Binding später annähen. Aber es gab einen unvorhergesehen Stau beim aktuellen Projekt und deshalb wurde das Binding nicht länger hinausgeschoben.
Die Mühen haben sich gelohnt, mir gefällt er gut. Vorallem kamen nur selbstgefärbte Stoffe zum Einsatz. Das macht Lust auf Färben. Aber später, im Frühling, im Garten, ohne Schnee. Mit viel Sonne mache ich dann Sunprinting. Kennt ihr das??? Und die Farben bluten nach dem Spülen nicht aus. Das ist Super!

Donnerstag, 19. Januar 2017

Der letzte aus 2016 oder wie die Lust  am Patchwork vermiest werden kann

(ein kritischer Bericht)

Der letzte Quilt im Jahr 2016 war gar nicht mehr geplant. Doch als ich Mitte Dezember das Cover der Ausgabe der BURDA Patchwork im Regal am Kiosk sah, war ich hin und weg. Der Titelquilt " sprach " sofort zu mir und ich kaufte die Zeitung. Seit langer Zeit mal wieder eine Patchworkzeitung, das will bei mir was heißen, schau ich sie mir doch immer nur an und lege sie wieder weg, weil mich der Inhalt nicht überzeugt. Wie denn auch, wenn sich bereits Hunderte Ausgaben verschiedener Verlage aus fast 3 Jahrzehnten in den Regalen stapeln. Anschauen tue ich sie mir ganz gerne, aber kaufen- nein. Liebe Verlage, seid mir bitte nicht böse, aber ihr habt schon viel Geld mit mir verdient. Und ich habe auch schon einiges durch eure Zeitungen gelernt, das muss ich sagen. Auch bei diesem Projekt bin ich wieder um einiges schlauer geworden. Echt.

Wie begeistert ich von dem Quilt war zeigt die Tatsache, dass ich auf dem Heimweg vom Einkaufen ganz, ganz still neben meinem Gatten im Auto saß. Ganz in Gedanken versunken suchte ich schon die Stoffe zusammen, die ich für dieses Teil verwenden wollte. Jede Menge selbstgefärbte Stoffe sind in meinem Bestand, die mir sehr gut geeignet schienen und die nun ihren großen Auftritt haben sollten.
Als ich den Bogen raustrennte sah ich, dass der Musterbogen nicht in Originalgröße abgedruckt war, sondern auf 200 % vergrößert werden musste. In Ermangelung eines Copyshops in meinem Dorf legte ich den Bogen auf meinen Scanner, um alles nach dem Vergrößern mit dem PC auszudrucken und um die Seiten dann zusammen zu fügen. Erst da bemerkte ich, dass die "Gänse" auf den Ausdrucken nicht zu sehen sind, weil sie auf dem Originalbogen nur mit hellgrauen Linien eingezeichnet waren. Ich war sehr verärgert, das kann ich euch sagen. Nun, ja, die Gänse kann man ja nachzeichnen, die müssen ja nicht genauso sein wie im Original. Aber der zusätzliche Aufwand! 
Alle Seiten wurden zusammen geklebt und der Plan in Originalgröße war fertig. Nun musste man ja die Schablonen machen, um nach der Methode nähen auf Papier weiter arbeiten zu können. Aber wer die Technik kennt weiß, dass die Schablonen gespiegelt sein müssen, will man alles so haben wie im Original. Also würde das bedeuten, dass man den gesamten Plan eigentlich dreimal zeichnen muss.  
Einzelne Arbeitsschritte
  Einmal auf das Schablonenpapier, einmal auf die Rückseite, um das Spiegelbild zu bekommen und dann nochmal alle einzelnen Schablonen. Aber da hat das Zeichnen noch kein Ende, nein, man muss ja dann noch um jedes Teil laut Anleitung eine Nahtzugabe von 1cm einzeichnen. Warum eigentlich 1 cm, wenn die NZG dann auf 0,75 zurückgeschnitten wird? 
Leute, nun stelle ich die Frage, warum man so etwas abdruckt. Muss man uns die Freude am Patchworken so vermiesen. Ich denke da besonders an die Frauen, die sich ihre knappe Freizeit nach einem stressigen Job, nach dem Einkaufen und Kochen, Schularbeiten kontrollieren, Wäschewaschen und dem Bügeln und Putzen stehlen müssen, um zur Entspannung etwas zu nähen. Warum druckt man den Plan nicht gleich so ab, dass sich ein großer Teil des  Zeichenaufwands erübrigt? Oder bietet gleich den Hinweis an, wo man die Schablonen für welchen Preis kaufen kann. Teurer als die Vergrößerungen im Copyshop können sie auch nicht sein. Klar, mit dem PC ist heute vieles zu Hause machbar, aber nicht jede gute Quilterin kann auch gut mit dem Computer umgehen.


Und weil ich ob dieses unnützen Aufwandes in der heutigen Zeit so verärgert war, habe ich gleich eine Mail an den Verlag geschrieben, um mir Luft zu machen. Ich bin der Meinung, man sollte Kritik äußern, woher sollen sie sonst wissen, wenn etwas in ihren Zeitungen nicht in Ordnung ist. Netterweise bekam ich schnell eine Antwort mit einer PDF-Datei und dem Plan in A4- Größe mit gut sichtbaren Gänsen. Ich erhielt auch die Mail-Adresse der Autorin dieses Beitrags, dort könne ich für ein kleines Entgelt die Originalschablonen erwerben. Da habe ich dann auch gleich angefragt, aber auf eine Antwort warte ich bis heute. Leider.

Die Fehler, die ich dann beim Nähen gemacht habe und die mir dann gefühlte 100 mal das Gefühl gaben, alles in die Tonne werfen zu müssen, stehen auf einem anderen Blatt. Und die habe ich mir zuzuschreiben. Bedingt vor allem durch die unterschiedliche Stoffdicke meiner selbstgefärbten Stoffe ergaben sich Größenveränderungen der Einzelteile, die nur mit Einsatz von Trenner, Handnähen, Applizieren und mit viel, viel Geduld zu bewältigen waren. 

Aber nun ist der Quilt (fast) fertig. Ich muß noch einzelne Teile mit der Hand quilten, weil das mit der Maschine nicht geht, die Teile sind einfach zu klein und es wird nicht exakt. Aber ich hab´s erst mal zur Seite gelegt. Der Winter dauert ja etwas. Unsere Katze jedenfalls war zufrieden. Helfen konnte sie allerdings nicht.   

Mittwoch, 18. Januar 2017

Das Hennebergische Museum Kloster Vessra- 

eine gute Adresse, wenn es um Patchwork geht

Meine Quilts im Jahr 1996.

In den 90er Jahren arbeitete meine ebenfalls quiltende Freundin Christine im Hennebergischen Museum Kloster Vessra. Und wenn man mit Frauen zusammenarbeitet bleibt es ja nicht aus, sich über Familie und Hobbys auszutauschen. So war es unausweichlich, dass irgendwann auch mal mit den Kolleginnen ein Patchworkkurs stattfand. Die Museumsfrauen waren von dieser, ihnen bisher unbekannten Handarbeitstechnik, begeistert.
1999 organisierte Christine im Museum dann den ersten "Patchworksommer", mit Workshops, Kursen und natürlich unserer ersten gemeinsamen Patchworkausstellung im Coburger Stall. Diese  hatte großen Erfolg, denn es gab in dieser Region bisher in dieser Sparte nichts Vergleichbares. Im Jahr 2000 wurde das Museum 25 Jahre alt. Das Museum ist ja ein Freilichmuseum  mit wunderbaren alten Häusern und einem schönem Außengelände mit altem Baumbestand. Das schrie förmlich danach, in diesem Ambiente Quilts zur Schau zu stellen.
So entstand im Museum die Idee, zu diesem Jahrestag einen Kalender herauszugeben. Natürlich mit Quilts, sonst hätte ich ja keine Veranlassung, darüber zu berichten. So wurde aus unserem damaligen Quiltbestand passendes ausgewählt. Christine hat sie gemeinsam mit dem Fotografen B. Großmann vom Museum  im Gelände und in den Häusern richtig in Szene gesetzt und fotografiert. Ein ansprechender Kalender ist entstanden und als "Nebenprodukt" noch eine schöne Postkarte mit einem alten Bauernschrank, in dem natürlich ganz, ganz viele Quilts von mir und Christine Lindner präsentiert werden konnten. Die Karte findet solch einen Absatz, dass noch immer nachgedruckt wird.

Postkarte mit Bauernschrank im Fachwerkhaus aus Witzelsroda aus dem Jahr 1807

Inzwischen sind viele Jahre vergangen, viele Kurse, Workshops und Patchwork- Ausstellungen haben dort stattgefunden.
Darüber hinaus habe ich seit 10 Jahren (wir haben dieses Jahr  Gruppenjubiläum, Kinder, wie die Zeit vergeht!)die Möglichkeit mich mit meinen Patchworkmädels monatlich einmal in einem Raum dort zu treffen, dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Im letzten Sommer durfte unsere Gruppe 3 Monate lang in der "Kleinen Galerie" Quilts ausstellen, die während der letzten Jahre unter meiner Anleitung entstandenen sind. (Über diese Ausstellung werde ich in einem anderen Post noch ausführlicher berichten.) Wir haben uns darüber natürlich sehr gefreut.
Der Höhepunkt der Ausstellung war im August eine Spontanausstellung im Freigelände, bei welcher ein sagenhafter Besucherrekord zu verzeichnen war. In Sachen Patchwork ist diese Einrichtung inzwischen eine feste Größe in der Region geworden, dank auch der sehr guten Zusammenarbeit mit den dortigen Mitarbeitern. Vielen Dank.

Fotos aus dem Kalender mit freundlicher Genehmigung der Autoren

Und wen es interessiert: Am 6. August 2017  findet dort die Regionalversammlung der Regionen  Sachsen, Thüringen, Sachsen - Anhalt(Süd) der Patchworkgilde Deutschland statt. Auch an diesem Tag wird es eine Patchwork- Spontanausstellung geben. Ihr seid alle recht herzlich eingeladen!

Dienstag, 17. Januar 2017

Ein Regalquilt zum Geburtstag


Christa, eine liebe Freundin, hatte im Dezember einen runden Geburtstag. Eigentlich besteht unter uns die Abmachung: Keine Geschenke!
Aber sie wirft, wenn sie bei uns ist, auch gerne mal einen Blick in meine Nähwerkstatt. War sie doch sehr lange auch ein fleißiges Mitglied meiner Handarbeitsgruppe in unserem Ort.

Im Treppenhaus zu meinem Nähzimmer habe ich mir eine kleine Galerie mit wechselnden Quilts eingerichtet. Dort hängt bereits ein solcher Quilt, den ich vor ca. 2 Jahren mal angefertigt habe. Bei diesem ersten Regalquilt hatte ich Fotos von unsere Familie, von meinen eigenen Keramiken und schöne Motive aus dem Internet auf Stoff gedruckt und mit passenden Stoffen zusammen verarbeitet. Die Motive habe ich alle mit Vliesofix aufgebügelt und mit einem transparentem Faden appliziert.  Der schwarze Hintergrund wurde ganz eng frei gequiltet. Eigentlich eine sehr aufwändigere Arbeit als nur Stoffe zu zerschneiden und  wieder aneinander zu nähen.
Schöne alte Taschentücher mit Spitze bekamen ihren Auftritt

Auch Fotos meiner eigenen Keramiken wurden mit eingearbeitet
Einmal stand die Christa vor meinem Quilt und fragte mich, ob sie denn sowas auch nähen könnte. Ich erklärte ihr, das Nähen sei sicher nicht das Problem, aber die sehr aufwändige Vorbereitung davor am Computer. Denn die Motive müssen alle auf die richtige Größe gebracht werden, die  Fotos brauchen alle einen schönen Rahmen.... und mit dem PC kann sie garnicht umgehen.
Und da hatte ich die Idee. Einen solchen Quilt, im Kleinformat, sollte sie zu ihrem runden Geburtstag von mir bekommen. Ich bat ihre Tochter um ein paar Fotos und machte mich an die Planung. Die Bilderflut in meinem Mail- Briefkasten nahm kein Ende. 42 Fotos sollten verarbeitet werden, weil doch jedes dieser Bilder irgendwie wichtig wäre.  Nun ja, alle konnte ich nicht berücksichtigen, aber viele. Die Wahl fiel schwer, denn es sollten ja nicht nur Fotos im "Regal" stehen. Nach unzähligen Stunden am Computer und an der Nähmaschine war er fertig, mein zweiter Regalquilt!


Regalquilt  80 x 120 cm
(Leider hat das Foto keine so gute Qualität. Aber wenn der Quilt seinen Platz gefunden hat, werde ich das Foto gegen ein besseres austauschen.)

Ich muß euch sagen, dass es mir selten soviel Freude gemacht hat, einen Quilt zu nähen. War er doch so persönlich, nur für diese eine Person bestimmt und mit so vielen Erinnerungen aus ihrem Leben  gestaltet. Bilder von ihre Hochzeit, ihrer Tochter, ihren Enkeltöchtern, von den Urenkelinnen, vom Lebensgefährten, Urlaubsfotos  und Erinnerungen an Adi, dem Hund. Und immer hatte ich beim Arbeiten die Augen vor mir, die sie machen würde, wenn sie den Quilt auspackt.  

Und nun verrate ich euch, das Geschenk hat sie zu Tränen gerührt. Keine Stunde am Computer und keine an der Nähmaschine habe ich bereut. Kein Film, den ich verpasst habe, war so wichtig wie die Arbeit an diesem Projekt. Und wenn ihr mich fragt - ich würde es wieder tun.